Carbon-Teile Herstellung / Laminieren/ Beschichten / Veredeln

  • Servus Jungs,



    Wollte auch hier im Forum mal meine Hilfe anbieten ;)


    Ich habe mich hobbytechnisch auf die Carbonherstellung laminierung spezialisiert, habe hierbei bei meinem zweitwagen (Audi) die B-Säule laminiert.



    Hab in den nächsten Wochen auch noch einige Teile zu beschichten, fals Interesse besteht, kann ich ja hier im Forum alle Teile bildlich festhalten.


    Ich auch trotzdem noch desweiteren, Personen die echte Carbon Teile haben möchten, ich werde in den nächsten Monaten auch allerhand Abdrücke von vielen Teilen machen, damit ich ein komplettes Roving erstellen kann, fals jemand Inetresse hat einfach per Pn melden.


    Mit freundlichen Grüßen


    http://img97.imageshack.us/i/dsc00118dk.jpg/
    http://img251.imageshack.us/i/dsc00119pd.jpg/
    http://img535.imageshack.us/i/dsc00121pj.jpg/
    http://img146.imageshack.us/i/dsc00120ec.jpg/

  • Wäre evt. nicht schlecht, wenn du paar mehr Informationen ausspucken würdest.


    Z.B.
    Laminataufbau, Harzsystem, Kalthärtung oder Warmhärtung (inkl. Stufen) oder wie du die Teile herstellst (Handauflegeverfahren oder Handauflegen mit Vakuumpressen oder Vakuum-Infusion > VAP oder RIM).



    Und was meinst du mit?

    Zitat

    Original von Shockwave
    ich werde in den nächsten Monaten auch allerhand Abdrücke von vielen Teilen machen, damit ich ein komplettes Roving erstellen kann


    Ein Roving ist Bestandteil jedes Geleges / Gewebes.
    Der Aufbau sieht so aus:


    Elementfäden werden zu
    Filamenten verarbeitet. Die werden dann zu
    Rovings verarbeitet. Aus denen erstellt man dann das gewünschte
    Gewebe / Gelege.


    Ganz doof gesagt, sind Rovings (auch Endlosfasern genannt) sowas wie Garnrollen.


    Und diese braucht man eben nur um daraus Gewebe / Gelege zu erstellen, oder bei den Herstellungsverfahren "Faserspritzen" (benötigt professionelle Geräte und taugt nicht viel), oder "Spritzpressen" (auch bekannt als RTM, braucht auch professionelle Geräte) oder dem "Wickelverfahren" (braucht eine professionelle Wickelmaschine und geht eigentlich nur für rotationssymetrische Bauteile).


    Ansonsten werden einzelne Rovings nur zur Verstärkung bei besonders beanspruchten Teilen (z.B. Holmen) verwendet.
    Bei Bauteilen wie Motorhauben, Kotflügeln usw. müssen keine extra Rovings verarbeitet werden und bei Beschichtungen erst recht nicht.


    Falls du dennoch Rovings brauchst, musst du sie nicht mühsam selbst herstellen. Kann man kaufen.

    Ich trage Gummihandschuhe, sehe wie ein Pfleger aus. Du hast keine Ahnung von Goethe, aber du stehst auf Faust :wow:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von devilish_N13 ()

  • Ne ganz dumme Frage werden dort Bauteile wie A Säulen einfach nur umhüllt oder kompl. neu gefertigt ??? Quasi das orginal als Abdruck und dann neu aus Carbon :mmmm:
    Hätte da mal interesse dran :P

  • Zitat

    Original von Bronko N 15
    Ne ganz dumme Frage werden dort Bauteile wie A Säulen einfach nur umhüllt oder kompl. neu gefertigt ??? Quasi das orginal als Abdruck und dann neu aus Carbon :mmmm:
    Hätte da mal interesse dran :P


    Nur Umhüllt, ist ja eine Laminierung

  • Hey,


    Also erstmal danke dür das große Interesse an meiner Arbeit.


    Ich freu mich das ich in diesem Forum auch mal auf gleichgesinnte Treffe, somit kann man ggf. auch mal Fachwissen austauschen. ;)


    Dann lege ich mal los mit der Beantwortung der Fragen.


    Zitat

    Original von devilish_N13 
    Und was meinst du mit?
    Zitat:
    Original von Shockwave
    ich werde in den nächsten Monaten auch allerhand Abdrücke von vielen Teilen machen, damit ich ein komplettes Roving erstellen kann


    Tut mir Leid wenn das zu Missverständnissen geführt hat, das ist definitiv mein Fehler, ich verwende das Wort "Roving" immer für das Wort "Rohling" ich wurde dahingehend schon von einigen Leuten daraufhingewiesen, werde mich zukünftlich ordentlicher ausdrücken.


    Bezüglich meiner B-Säule, diese habe ich mit einer Kohlefasermatte ( Körper; 193g/m²; K+S= 4,8 Fd./cm) laminiert (überzogen), anschließend mit einem niedrigviskosierendem Deckschichtharz beschichtet, und letztlich mit einem GFK-Klarlack versiegelt, dies beugt UV-Vergilbung vor und verschließt die Poren, somit eine glatte Oberfläche.


    Ich arbeite mit beiden Systemen, mit dem Vakuumpressen (schon getränkte Matte vakuumisieren) und mit der Vakuuminfusion( noch in der Testphase!) (noch trockene Matten anschließend unter Vakuumverschluss tränken).


    Beim Vakuumpressen habe ich bisher immer nur eine Arbeitetemperatur von 20° eingehalten und hatte einen Topfzeit von ca. 60 Minuten.
    Bei dem Injektionsharzsystemen ist die Topfzeit durch die besonders niedrige Viskosität ja in Verbindung mit der Temperatur von 30min bis 300 min variierbar.


    Ich werde mich die nächsten Wochen näher mit dem Vakuuminfusionsverfahren beschäftigen, und Fortschritte hier bildlich und schriftlich festhalten ;)...


    Freundliche Grüße =)

  • Zitat

    Original von Terence
    Nur Umhüllt, ist ja eine Laminierung


    Setzen, 6! :wand:


    "Nur umhüllt" wäre sinngemäß eine Beschichtung. Sprich Originalteil mit Kohlefaser beschichtet.


    Ein Laminat ist es bereits, wenn du eine Lage Glas-, Kohle-, Aramid-, *bla bla bla gibt zu viele* faser mit Harz laminierst.
    Denn diese Lage ist ja nun im Harz einlaminiert :stichel:


    Zitat

    Original von Shockwave
    Bezüglich meiner B-Säule, diese habe ich mit einer Kohlefasermatte ( Körper; 193g/m²; K+S= 4,8 Fd./cm) laminiert (überzogen), anschließend mit einem niedrigviskosierendem Deckschichtharz beschichtet, und letztlich mit einem GFK-Klarlack versiegelt, dies beugt UV-Vergilbung vor und verschließt die Poren, somit eine glatte Oberfläche.


    Ich arbeite mit beiden Systemen, mit dem Vakuumpressen (schon getränkte Matte vakuumisieren) und mit der Vakuuminfusion( noch in der Testphase!) (noch trockene Matten anschließend unter Vakuumverschluss tränken).


    Also das klingt doch schon mal TOP!
    Köper ist meiner Meinung nach das schönste Gewebe (sowohl in Optik, als auch zum verarbeiten).


    Und durch die Pumpe wird das Laminat hochwertiger als beim reinen Handlaminat. Durch die höhere Faserdichte hält das Bauteil mehr und ist zudem leichter :perfekt:


    Jedoch sollte man unter der CFK-Schicht noch eine Schicht aus schwarzem GFK (oder CFK, ist aber teurer) haben, oder zumindest den Untergrund schwarz lackieren, da man sonst im schlechtesten Fall die Farbe des Originatlteils durch die Ritzen sehen kann.


    Zitat

    Original von Shockwave
    Beim Vakuumpressen habe ich bisher immer nur eine Arbeitetemperatur von 20° eingehalten und hatte einen Topfzeit von ca. 60 Minuten.
    Bei dem Injektionsharzsystemen ist die Topfzeit durch die besonders niedrige Viskosität ja in Verbindung mit der Temperatur von 30min bis 300 min variierbar.


    Also temperst du die Bauteile nicht anschließend?
    Sehr gewagt!
    Ohne tempern ist nur was für Schattenparker (im wahrsten Sinne des Wortes). Normale FVK halten ohne Temperung bis ~65° aus.
    Je nach Harzsystem kann es auch weniger sein!


    Ich hab heute mal mit dem Laserthermometer eine Dunkelgrüne Heckklappe gemessen. Diese erreichte bereits 56,4°, die hintere Stoßstange sogar 57,8°, und der Sommer wird noch wärmer.



    Und falls du es noch nicht hast, solltest du unbedingt eine Harzfalle vor die Pumpe bauen. Nicht das es dir die Pumpe killt.


    Aber ich muss zugeben, entgegen meinem ersten Eindruck klingt das schon sehr vernünftig! :respekt:

    Ich trage Gummihandschuhe, sehe wie ein Pfleger aus. Du hast keine Ahnung von Goethe, aber du stehst auf Faust :wow:

  • Darf ich den mal Fragen, wo du das Fachwissen her hast, bzw hast du auch bildliche Ergebnisse von deinen Werken, dass würde mich sehr interessieren.


    Ich Finde auch das Körper am besten aussieht, aber ich finde besonders auf glatteren Flächen Leinwand besser zum verarbeiten, da die Struktur dort nicht so leicht verrutschen kann, ich habe immer wieder das Problem das mir bei der Körperbindung die Struktur verrutscht und man sie nachträglich auch nicht 100& wieder schlüssig bekommt (bei gebogenen Werkstücken).


    In Bezug auf die Harzfalle habe ich vor in den nächsten Wochen mal mit der MTI- Leitung (Membran Tube Infusion) zu arbeiten, das erspart mir den Einsatz einer Harzfalle.


    Der Untergrund der Werkstücke sollte immer passend eingefärbt sein, am besten eignen sich da Matte-Lacke, da die keine Reflektionen hinterher mehr aufweisen.


    Mir ist auch bewusst, dass ich das Harzsystem bzw das Laminat am besten "tempern" wie du es nennst, sollte. Aber das kommt die Wochen dann, ich muss erstmal meine Sachen fertig machen, damit ich wieder Zeit habe für solche Projekte ;)


    Mit freundlichen Grüßen

  • Zitat

    Original von Shockwave
    Darf ich den mal Fragen, wo du das Fachwissen her hast


    Wie kannst du es wagen?! :peace:





    Ich hab so'n Wisch, auf dem steht, dass ich Faserverbundtechniker bin :regeln:und ich habe meine alten Schulungsunterlagen noch hier rumliegen.



    Ich habe keine Ergebnisse vorzuweisen, da ich (noch) keinen Temperofen habe. Die Größe ist dabei das größte Übel.

    Ich trage Gummihandschuhe, sehe wie ein Pfleger aus. Du hast keine Ahnung von Goethe, aber du stehst auf Faust :wow: