Neuer Nissan Micra K14

  • Ein Bericht über das Event an der Adria und die Vorstellung des neuen Micra wurde auch in der Auto Motor und Sport platziert.


    Würde mich ja interessieren, was sich Nissan das kosten lässt, wenn man eine einzige Werbeseite für gut 40.000 Euro bekommt.

    Einen kritischen Test habe ich immer noch nicht finden können, überall bisher nur Werbung.


    Ich schätze da - ja, ausgerechnet - den ADAC, der sehr gründlich testet. Gerade die ausformulierte Kritik ist da hilfreich, selbst wenn man der Notengebung nicht vertraut.

    Das Schwestermodell des Micra, der Clio wurde dort auch getestet, wer diese Art des Tests nicht kennt, wird erstaunt sein über die Details: ADAC-Test Clio 

    Da wird ingenieurmäßig Detail für Detail untersucht anstatt über Farbkombinationen, Felgendesigns und Lautsprecherblingbling zu philosophieren.


    Einen solchen Test wird auch der Micra sicher unterlaufen und dann wohl im Frühjahr veröffentlicht. Dann hat man zwar nicht alles auf der Hand, was einem bei dem Auto gefallen oder stören könnte, aber man kann das Fahrzeug schon einigermaßen einschätzen. Ein paar Kritikpunkte am Clio wird man sicher auch beim Micra wiederfinden: Positive wie negative.

  • In live sieht er echt gelungen aus. Positiv überrascht hat mich das (für Micra Verhälnisse) üppige Platzangebot, sowohl vorne als auch hinten und vor allem im Kofferraum. Eine sehr große E-Radmulde lässt Raum für eine echtes E-Rad oder einen üppigen Subwoofer :-) Innenraum wie erwartet sehr schön. Nur fahren konnte ich ihn noch nicht.

  • Micra K14 In Genf. Ich kenne ja die Micras aus meiner Nissan Zeit. Der Neue ist echt der Hammer. 8)

    Hoffentlich gibts da noch ein ordentliche Motoren.


  • Sehr ordentlich verarbeitet und kein billiges Hartplastik mehr im oberen Bereich des Armaturenbretts wie beim Vorgänger.


    Leider war der Nissan Stand, wie die der anderen Japaner, aber auch schon besser besucht. Bei Kia und Hyundai war der Andrang wesentlich grösser.

  • Konnte mich heute auch mal in den K14 setzen.

    Hat ja mit den bisherigen Micras nichts mehr gemeinsam, dennoch ne coole Kiste.

    Der Kofferraum fast so gross wie bei meinem Tiida, innen sehr hochwertig verarbeitet und sportlich.

    Gefällt mir gut.

  • Aus dem Car of the Year Award wurde fuer den Micra leider nix. Schade.

    Da musste ich ja glatt googlen. Der "Car of the Year Award" wird von teils industrienahen Motorjournalisten vergeben, für Deutschland bspw. sitzen u.a. Georg Kacher oder Michael Specht in der Jury.


    Durchaus also fachlich kompetentes Personal. Inwiefern die Jury die einzelnen Autos unter die Lupe nehmen kann, also ob genauer Check, nur eine kurze Probefahrt oder gar nur eine Ansicht oder was auch immer erfolgt, war mir nicht ersichtlich.


    Die Kandidaten für den Preis sind aktuelle Neuvorstellungen, daraus werden dann einige Fahrzeuge nominiert. Das ist ja schon ein Erfolg im Rahmen dieses Preises.

    Dieses Jahr waren das neben dem Nissan Micra der Alfa Romeo Giulia, der Citroen C3, Mercedes E-Klasse, der Peugeot 3008, Toyota C-HR sowie Volvo S/V 90.


    Jedes Jurymitglied kann 25 Punkte auf diese 7 Fahrzeuge verteilen. Am Ende war die Reihenfolge:


    1) Peugeot 3008 - 317 Punkte

    2) Alfa Romeo Giulia - 296 P.

    3) Mercedes E-Klasse- 197 P.

    4) Volvo S90/V90 - 172 P.

    5) Citroën C3 - 166 P.

    6) Toyota C-HR - 165 P.

    7) Nissan Micra - 135 P.


    Ich zeige das nur ausführlich, um dann klar zu machen, dass es eigentlich einem Interessenten egal sein sollte, ob einem Journalisten ein Auto eher gefällt oder nicht. Es muss doch nur dem Interessenten gefallen. Wir kennen den Werbewert solcher "Awards", aber mir hilft es nicht bei der Entscheidungswahl. Ob Goldenes Lenkrad, Auto des Jahres oder was weiß ich: Leute, macht euch immer selbst ein Bild!

    Das Schöne an diesem Award ist jedenfalls, dass man sich die Bewertungen ansehen kann.

    Von den deutschen Jurymitgliedern haben vier von sechs Leuten dem Micra nur null Punkte gegeben - was ich ziemlich krass finde. Kacher gab ihm nur 2 Punkte, zusammen mit dem C3 am wenigsten, nur Specht gab Volvo und Toyota weniger Punkte und dem Micra immerhin drei Punkte.

    Gespannt war ich also auf seine fundierte Kritik zum Micra. Ich zitiere:


    Biggest step in Micra’s history. Now this car plays an important role in
    the B-hatchback segment. Besides easy driving, low noise level,
    efficient engines and good roominess Nissan offers the Micra in over 100
    personalisation combinations and invented a new idea of a shared
    leasing program.

    Liest sich wie eine Nissan-Pressemeldung. Sorry Leute, aber wer begründet seinen Kaufentscheid auf solche Kritiken?

    Er schreibt auch von guter Geräumigkeit, während der nächste schreibt:

    Zitat


    too less space in the back

    Tja. Genau deshalb werbe ich immer dafür, sich selbst ein Bild zu machen und nicht die Satzbausteine der Marketingexperten zu übernehmen.


    Von den 58 Journalisten gab es aber einige, die den Micra sehr ordentlich bewerteten. Am meisten Punkte (7) bekam er von einem Briten, der den Micra als "komplettestes kleines Auto, das er je gefahren ist" bewertet. Das ist dann doch ein erfreuliches Urteil.

    Viele loben die bessere Verarbeitung, die schönen Materialien und das moderne Design sowie die vielen Ausstattungsfeatures - eher kritisiert werden das Platzangebot hinten, das etwas steife Fahrwerk und die kleine Auswahl an Motoren und Getrieben sowie das Fehlen von Innovationen.


    Aber ob der Micra nun 50, 135 oder 300 Punkte bekommt - wichtig ist, dass er beim Kunden ankommt.


    Also: Ist es schade, dass der Micra hier nicht den Preis bekommt? Ich finde nicht. Interessant sind die Meinungen teils dennoch, aber im wesentlichen sind es kurz dahingekritzelte Minibewertungen - da kann ich, da können wir alle ein Auto kompetenter bewerten, wenn wir uns ein paar Minuten Zeit nehmen und vergleichen.

  • Ich habe mir nun auch selbst mal live ein Bild vom neuen Micra gemacht (nur Karosserie/Innenraum/Kofferraum) - hier meine Eindrücke:


    Überrascht hat mich nichts, da ich zuvor ja schon die Daten und Ausstattungen sowie Fahrberichte und Bilder eingesehen hatte. Allerdings ist der persönliche Eindruck immer noch etwas anderes.


    Design: Der Eindruck der Bilder täuscht nicht: Hier haben sich die Designer ausgetobt: Viele Sicken und Kanten ergeben eine dynamisch wirkende Form, zusammen mit der ansteigenden Seitenlinie sehr modern, sehr gefällig. V.a. die "bösen Augenbrauen" (nenne ich mal so) gehen bis hin ins Heck und nehmen die Leuchteinheiten hinten dabei schön mit.

    Das Orange steht ihm - draußen im Sonnenlicht durch die Kanten und Schattenwürfe sicher noch besser.

    Gegenüber dem, ja den Vorgängern ein ganz anderes Auto. Öde war gestern. Definitiv eins der großen Stärken des neuen Micra.


    Karosserie: Die Spaltmaße sind klein und nahezu gleichmäßig, die Lackierung ist sauber. Die Türen rasten fest in mehreren Positionen ein, lassen sich recht weit öffnen und fallen satt und beim Aussteller ohne Nachdruck ins Schloss. Die Kofferraumklappe könnte unten etwas breiter und tiefer sein, ist aber ausreichend groß und öffnet ausreichend hoch.

    Große Radkästen beherbergen ebenso große Räder. Der Micra ist zwar deutlich länger geworden, bleibt aber ganz knapp unter 4 Meter. Sein Breitenzuwachs sieht man ihm an, doch geht der zum Teil auf das bauchige Design der Karosserie: Die Differenz Außenbreite mit und ohne Außenspiegel beträgt nur 20 cm, das sind sonst oft locker 5 cm mehr.

    Die Türen sind nicht bis ins Dach ausgeschnitten, was beim Einstieg für Große eingezogene Köpfe erfordert. Die Übersichtlichkeit ist wie zu erwarten war sehr ungünstig. Nach vorn

    ist hier die flache A-Säule etwas störend, allerdings ist die Frontscheibe groß und auch die vorderen Seitenscheiben ragen ausreichend weit runter. B-Säule und v.a. die exorbitant breite C-Säule incl. der hinteren Türgriffe verdecken jedoch einen großen Winkel. Dass bis auf das Topmodell hinten die mittlere Kopfstütze fehlt, bringt auch nur etwas Abhilfe bei der Rücksicht.

    Nochmal zu den hinteren Griffen: An ihnen die Tür aufzuziehen, ist unangenehm: Erreicht man eine Rastposition, dann knallt der Handausschnitt gegen die Knöchel. Auch für das Zudrücken findet man keinen Halt - ich würde jeweils eher an den Türrahmen greifen.


    Innenraum: Der Einstieg ist (wie eben beschrieben) eng durch das tiefe Dach und nach oben kleine Türausschnitte,den Kopf muss ich einziehen, wenn der Sitz unten ist. Ist er oben, kommt man quasi nicht mehr rein, wenn man deutlich über 1,80m misst.

    Sitzt man aber in der ersten Reihe, dann fallen die gut geformten, bequemen Sitze auf, die sich über einen sehr weiten Bereich verstellen lassen. Gerade das ist deutlich verbessert gegenüber früheren Micras: Man kann den Sitz sehr weit hoch und runter "pumpen" sowie weit nach hinten stellen. Zusammen mit der auch in der Weite verstellbaren Lenksäule ergibt sich da für fast jeden eine passende Sitzposition. Ich mit kurzen Armen und langen Beinen kann da anders als im K12 mit Oberschenkelauflage sitzen, weil ich nicht so nah am Armaturenbrett hocken muss, um das Lenkrad zu erreichen:

    1) Lenkrad max. zu mir ziehen und mittlere Höhe 2) Sitz in hinterster und niedrigster Position 3) Lehne ziemlich steil

    Fertig ist eine nahezu ideale Sitzposition. Klasse.

    Wenn man dann aber hinter einen solchen Fahrersitz guckt, findet man leider nicht einmal mehr einen für ein Kind ausreichenden Platz hinter dem Fahrer vor, beinahe berührt die Lehne die hintere Sitzfläche. Folgendes schnell und wackelig ohne Blitz aufgenommenes Telefonfoto kann das etwas veranschaulichen:


    Im Pulsar könnte ich bei gleicher Position vorn auch hinten noch gemütlich sitzen.


    Wenn ich aber nur so sitze wie im K12, also weiter vorn mit stark angewinkelten Beinen, kann sich hinten auch ein nicht zu großer Erwachsener mit arg beengtem Zustieg reinquetschen. Schätzungsweise ab spätestens 1,80m kommt man hinten aber mit dem Dachhimmel in Berührung, muss entsprechend mit dem Gesäß nach vorn rutschen und hat so noch zusätzlichen Bedarf nicht vorhandener Beinfreiheit. Man kann dann aber die Knie etwas rechts und links am Fahrersitz vorbeidrücken. Ich habe es mit meinen gut 1,90m getestet, es war zwar schwierig reinzukommen, aber für kurze Strecken aushaltbar. Enger als der K12 aber leider definitiv - und der ist ja auch nicht gerade groß in Reihe zwei.

    Insgesamt für mich kein klassischer 4+1 - Sitzer, eher ein 3+1+1 - Sitzer, wobei durch die eher bescheidene Innenbreite und den großen Mitteltunnel hinten echt nicht drei Erwachsene für lange Zeit reingedrückt werden sollten.

    Das erste Reihe ist hingegen richtig gut gelungen. Die Armaturen empfinde ich als sehr hübsch, sehr übersichtlich und funktionell. Ich mag klassische Handbremsen, denen Nissan hier treu bleibt. Nichts wirkt zu verspielt oder überfrachtet, dennoch sehr hübsch und haptisch ganz große Klasse. Es sieht live wirklich aus wie im Katalog. Man könnte mäkeln, dass die Kniepolster egtl. keine Polster sind oder das Handschuhfach im K12 größer war. Aber das Gefühl in Reihe 1 ist Klasse 1, das in Reihe 2 ist leider Holzklasse - wenn man nicht gerade klein ist.


    Kofferraum: Leider etwas schmal durch die großen Radhäuser, auch die Klappe war beim Micra schon einmal größer, der Kofferraum variabler. Lehnen sind immerhin geteilt klappbar, es bleibt eine Stufe und ansteigende Lehnen sowie recht flache Innenhöhe. Insgesamt aber für die Klasse ausreichend groß und gut nutzbar. Deutlich größer als beim K12, es sei denn mit nach vorne geschobener Bank: Doch dann war der K12 noch enger als der K14.


    Fazit: Der neue Micra ist imho nicht ausgewogen, er polarisiert und zeigt einerseits deutlich Stärken: Ich finde, er hat das schönste Armaturenbrett der Klasse und sieht auch außen sehr gut aus. Der Fahrer sitzt wunderbar und freut sich schon auf die Fahrt, wenn er nur das griffige Lenkrad anfässt. Und in Sachen Elektronik hat er viele aktuelle Features wie eine Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung oder gegen Aufpreis eine aufwändige Soundanlage.

    Aber auch deutliche Schwächen: Die hinteren Türgriffe haben viele Nachteile, die Übersicht und v.a. das sehr bescheidene Platzangebot hinten - auch in dieser Klasse - sind nicht so prall.

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  • Finde deine Stichwortartiken Beiträge immer super. Kurz und auf den Punkt gebracht, so soll es sein!:O

    Zum Micra: Was mir gut gefällt,ist das neue Lenkraddesign.

    Unten abgeflacht, nicht mehr rund, super.

    Sollen wohl alle neuen Nissan bekommen.

  • ja, hab mich kurz gefasst :P - ansonsten hätte ich ja noch von Ablagefächern geschrieben, dem etwas billig wirkenden Handschuhfachdeckel oder dem guten Abstand der Kopfstützen (bei manchen Renaults drücken diese bei mir und scheuern

    am Hinterkopf bei Kopfdrehung) oder dem gut platzierten Innenspiegel.


    Lenkrad: Man soll so besser einsteigen können - gerade bei hohem Sitz und dicken Schenkeln angenehm. Ansonsten mag ich lieber die runde Form, man kann besser schnell umgreifen, sowohl beim flotten Wenden wie auch bei Lenkkorrekturen im Extremfall.

  • Langsam trudeln ja die ersten Tests ein, "Whatcar" hat bspw. den neuen Micra gegen Clio und Fabia verglichen. Wie zu erwarten war, hat der Micra da wenig Chancen, aber er wurde eben auch gelobt für seine Stärken - er ist bspw. messbar flotter als der gleich motorisierte Clio, Sicherheitsausstattung und gute Geräuschdämmung wurden hervorgehoben. Der Fabia ist eben v.a. geräumiger und der Clio ist gut ausgestattet und momentan noch günstiger zu haben als der brandneue Micra:

    Vergleichstest Micra - Whatcar.com

    Nach einigen Wochen geht es ja langsam los mit Vergleichstests. Einen gibt es nun in der "Auto Express" (Rechtslenker):

    Vergleichstest Auto Express

    Gegen VW Polo und Citroen C3 wird der neue Micra zwar Dritter , aber überzeugt auch hier mit bekannten Stärken. Der Verbrauch des 0.9ers ist niedrig, der Wendekreis vergleichsweise gering und es gibt viele Individualisierungsmöglichkeiten.

    Was sehr auffällt, ist der nicht nur vergleichsweise hohe Geräuschpegel im Innenraum, da würde ich noch weitere Tests abwarten - 73dB(A) bei 113 km/h (Polo 64 dB(A), C3 70 dB(A)) liest sich viel, das hatte in ersten Fahrberichten anders geklungen.

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