N14 und der Rost

Es gibt 19 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von xanti0.

  • Guten Abend,


    die technischen Wehwehchen meines Autos habe ich in Griff bekommen oder sie haben sich wie mit Zauberhand von selbst gelöst.


    Allerdings ereilt mein N14 wie jeden N14 die braune Pest.

    Bisher gibt es "nur":

    - zwei kleine durchrostungen am Radlauf hinten rechts.

    - ein Loch im Schweller links am Übergang zur C-Säule sowie an selber Stelle ein ominöses kleines Loch in der C-Säule.

    - oberflächlicher Flugrost auf einem teils des Unterbodens und in den Radkästen


    Das kann ich soweit alles noch in Ordnung bringen,

    allerdings meine mein TÜV-Onkel ich solle doch besser den TÜV überziehen (dann ist Ende Dezember) und dann ab in die Presse damit.

    Diesen Schritt werde ich nicht gehen,

    da ich emotional sehr an dem Wagen (und seinem Zustand: BJ. 1990 und zu100% so wie er aus den Werk kam, nur sehr wenig abgenutzt) hänge.

    Wenn ich nun schonmal das Auto auf der Bühne habe, möchte ich gleich alles machen, dazu die Frage:


    Gibt es eine Übersicht wo so ein N14 4-Türer- Stufenheck gerne lange unerkannt rostet und wenn man es dann sieht ist es zu spät? Bzw Eine Hilfe für Aufzeigt wo das Auto am schnellsten gammelt und wo man genauer Hingucken muss weil man es nicht sofort sieht?

    Gut wäre auch noch ein Plan zur Hohlraumkonservierung.


    Ziel ist das Auto so lange wie möglich sicher fahrtüchtig zu halten und den Rost so gut es geht zu bremsen.

    Wenn alles nix Hilft muss ich ihn Stilllegen und dann in 1,5-2 Jahren wenn das erste richtige Gehalt auf dem Konto ist vom Karosseriebauer (TimaMax Hamburg oder eine vergleichbare Bude) richten lassen.


    Natürlich steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Fahrzeugwert von vielleicht noch 1.000€.

    Aber ein Leben nur nach Rationalen Gesichtspunkten macht ja auch kein Spaß... ;)


    vielen Dank für eure Hilfe

  • Hallo,


    zunächst einmal schön, dass du an deinem Sunny hängst und auch willens bist, ihn zu erhalten.


    Allerdings solltest du dich darauf einstellen, dass deine "gefundenen" Rostnester wohl bei weitem nicht die einzigen sein werden.

    Neben dem rostanfälligen Blech älterer Fahrzeuge aus dieser Zeit, ist natürlich auch die hohe Laufleistung (du schreibst 245.000 km) im Regelfall nicht gerade förderlich für eine gute Substanz. Selbst Sunnys mit deutlich unter 100.000 km sind normalerweis schon gut angefressen.


    Schaue dir daher primär folgende Punkte genauer an:

    • Kühlertraverse vorn
    • Dome hinten, dazu Teppich kofferraum- und rückbankseitig entfernen
    • Dome vorne (fangen gerne an den Schweißnähten an zu rosten, richtiges Inspizieren nur mit Demontage der Radhausverkleidungen möglich)
    • Rahmen hinter den Kotflügeln (bei demontierten Radhausschalen prüfbar)
    • Windschutzscheibenrahmen
    • Unterboden in Höhe des Fußraumes für die Fondpassagiere
    • Türkanten unten
    • Schweller von vorn bis hinten (wenn du ein OEM-Schiebedach hast, bedingt durch die Ablaufschläuche noch mal mehr)

    Rost an den Radläufen oder im Radhaus (von außen sichtbar ist meist nur die Spitze des Eisbergs. Die Autos rosten von innen nach außen und an diesen Stellen meist sehr extrem.


    Ich selbst habe erst letztes Jahr die Restauration meines N14 abgeschlossen und war teils selbst überrascht, wo der Gammel bei meinem immer gut gepflegten 1.6 SR überall steckte und wie aufwändig die Instandsetzung mitunter doch war!


    In meinem Sunny-Thread findest du zu dem Thema viele Bilder, u.a. auch wie so ein Sunny entkernt bis auf die Rohkarosse aussehen kann. Klick



  • Guten Morgen,


    danke für die Hinweise.

    Sind denn 245.000km viel für das Auto?

    Mein Vater fuhr sein Golf 2 bis 500.000km, hier steht noch ein W123 mit 470.000km rum,

    also da hat der Sunny noch einiges aufzuholen ^^


    Dann werde ich dem nächst Mal den ein oder anderen Teppich anheben und diverses Plastik abschrauben.

    Was dann zum Vorschein kommt werden wir sehen, vermutlich viele braune Brösel :rolleyes:


    Auf Grund des begrenzen Budgets muss wohl daraus hinaus laufen das er jetzt noch Mal "durch den TÜV geschweißt" wird und dann in 1,5-2 Jahren vernünftig gerichtet wird,

    sofern er bis dahin noch nicht zerfallen ist.


    Hilft es denn den Aufwand in 2 Jahren nicht ins Uferlose wachsen zu lassen wenn ich jetzt alles pinibel sauber machen und dann alle möglichen Hohlräume, Falz, verwinkelungen usw mit Korrosionsschutzfett/Öl behandelt?


    Ja, ich hänge sehr an meinem Auto da ich es 1. ganz hübsch finde

    2. es mich immer zuverlässig ans Ziel brachte

    und das ist der wichtigste Punkt

    3. es mir meine Oma auf dem Sterbebett vererbt hat.

    Daher kommt für mich die Presse nicht in Frage, eher Stelle ich ihn 5 Jahre trocken unter, sollte ich nach dem Studium keine Anstellung finden.


    Kannst du in etwa sagen was die Karosserie arbeiten bei dir in etwa gekostet haben?

  • Hilft es denn den Aufwand in 2 Jahren nicht ins Uferlose wachsen zu lassen wenn ich jetzt alles pinibel sauber machen und dann alle möglichen Hohlräume, Falz, verwinkelungen usw mit Korrosionsschutzfett/Öl behandelt?

    Ja, der Rost läßt sich damit bremsen. Ungebremst, wo der Lack schon ab ist, kann er so dünne Karosseriebleche in wenigen Monaten wegfressen.

  • sowas kann man nur selber machen. machen lassen ist unwirtschaftlich bzw. wird etliche 1000er verschlingen.

    die roststellen auf den bildern sehen nicht schlimm aus.

    sinnvoll ist, die karrosseriestöpsel mal alle rauszunehmen und mit einer endoskopiertkamera mal reinzusehen.

    eine hohlraumversiegelung wäre vor 25 jahren sinnvoll gewesen, jetzt wird diese nur beim folgenden schneiden und schweissen stören, weil sie zum brennen neigt und die trennscheiben verklebt.

    ich würde folgenden aufwand veranschlagen:

    -radläufe hinten

    -einstiegsbleche beidseitig

    -heckblech

    -div. ausbesserungen

    -tank (am besten neu oder generalsanierung

    -kotflügel

    -federdome hinten

    etc.

  • Ob 245.000 km viel für das Auto sind kann man nicht so pauschal beantworten.

    Du kannst einen Motor mit 100.000 km haben, der schlecht gewartet oder verheizt wurde und du kannst einen mit 300.000 km, top Servicehistorie und materialschonender Fahrweise haben. Kommt auch auf den Fahrstil (Stadt-/Autobahnfahrten etc) an.


    An und für sich sind aber die GA und SR-Motoren aus der Zeit sehr robust, mehrere Hunderttausendkilometer im Regelfall kein Problem.


    Dann werde ich dem nächst Mal den ein oder anderen Teppich anheben und diverses Plastik abschrauben.

    Was dann zum Vorschein kommt werden wir sehen, vermutlich viele braune Brösel

    Wichtig ist imho erst mal eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes. Und dazu gehört das penible Nachschauen. Es hilft nichts, das halbherzig zu machen, wenn du den N14 dauerhaft erhalten wirst.


    Auf Grund des begrenzen Budgets muss wohl daraus hinaus laufen das er jetzt noch Mal "durch den TÜV geschweißt" wird und dann in 1,5-2 Jahren vernünftig gerichtet wird,

    sofern er bis dahin noch nicht zerfallen ist.


    Hilft es denn den Aufwand in 2 Jahren nicht ins Uferlose wachsen zu lassen wenn ich jetzt alles pinibel sauber machen und dann alle möglichen Hohlräume, Falz, verwinkelungen usw mit Korrosionsschutzfett/Öl behandelt?

    Helfen würde es, den Wagen erst mal abzumelden und wegzustellen, sofern du momentan nicht die Zeit oder das Budget dafür hast. Das Fahren durch salzige Winter mögen die Autos auch nicht wirklich und setzt der Substanz noch weiter zu.


    Ja, ich hänge sehr an meinem Auto da ich es 1. ganz hübsch finde

    2. es mich immer zuverlässig ans Ziel brachte

    und das ist der wichtigste Punkt

    3. es mir meine Oma auf dem Sterbebett vererbt hat.

    Daher kommt für mich die Presse nicht in Frage, eher Stelle ich ihn 5 Jahre trocken unter, sollte ich nach dem Studium keine Anstellung finden.

    Kann ich verstehen. Der ideelle Wert stand auch bei mir im Vordergrund. :)


    1. D'accord! Als N14-Freund kann ich da nur uneingeschränkt zustimmen. :tongue:

    2. So kennt man es von einem 90er Jahre Nissan :thumbup:

    3. Veständlich und ein weiterer Grund, die Sache ordentlich anzugehen.


    Trocken unterstellen ist schon mal eine gute Grundvoraussetzung, bedenke aber, dass die Ersatzteilversorgung auch bei diesen Autos langsam aber sicher ein Problem darstellt. Der jüngste N14 ist ja mittlerweile auch schon 25 Jahre alt.

    Verschleißteile sind nicht so das Thema, aber Karosserieteile (Koflügel, Einschweißschweller, etc.) gibt es bei Nissan nicht mehr neu zu kaufen. Auch andere spezifische Teile sind mittlerweile rar, in jedem Fall aber teuer. Meine Einkaufsliste hatte in etwa den Wert eines neuen Micra...


    Kannst du in etwa sagen was die Karosserie arbeiten bei dir in etwa gekostet haben?

    Einen hohen vierstelligen Betrag... Für alles zusammen hätte ich einen Neuwagen aus der Kompaktklasse bekommen. ;)

  • Ich habe eine kurze Frage zur Methodik

    Bild 1, links hinten

    hier findet sich unter dem Teppich eine Art Dachpappe. Da sie leicht blasig war habe ich sie teilweise runtergepult.

    Da kam aber nur leichter Rost hervor der sich schon mit dem Fingernagel aufs blanke Blech entfernen ließ.

    War das abpulen der Dachpappe richtig, sollte die ganz weg oder übernimmt die eine wichtige Aufgabe?


    Bild zwei,

    selber sitzplatz,

    praktisch unter der linken Pobacke auch hier unter Pappe nur sehr dünner Rost (man erkennt evtl. die Kratzer des Schraubendrehers)


    Bild 3

    selber Sitzplatz



    Nun zum Motorraum:

    Bild 4 &

    Wo sollte ich hier am Kühler nach Rost suchen, sieht man den von außen/oben oder muss das Auto dazu auf eine Bühne?


    Bild 6:

    Fahrtrichtung rechts neben dem Kühler,

    links siehts gleich aus.

    Das ist die größte Rostansammlung die ich im Motorraum von oben angeguckt finden konnte.

    wo muss ich da genau suchen?


    Nächste Woche kann ich genauer gucken, und heute Abend noch Mal antworten jetzt ruft erst Mal die Arbeit.


    Vielen Dank für eure Hilfe!

  • die pappe ist eine antidröhnmatte zur lärmreduktion.

    ich seh da überall nur flugrost, das würd ich nur mit irgendwas einpinseln, leinölfirnis und blumenspritze.

    die löcher, die du beschreibst, sind der eigentliche knackpunkt, die seh ich aber auf den fotos nicht.

  • Klingt doch schon mal gut, wenn du nur leichte Rostansätze gefunden hast.

    Mach das nächste Mal aber besser Fotos ohne Makro - da fällt einem die Beurteilung etwas leichter. ;)


    Ich hab mal ein paar Bilder angefügt, die dir vielleicht zur Lokalisation helfen.

  • Dom hinten rechts


    hier zeigte sich hinter dem Dom richtung Heckklappe eine kleine Rostblase und die Naht schimmert auf 1,5cm Länge leicht rötlich (zwischen den beiden Schweißpunkten).


    Wie bekomme ich denn die Kunstoffabdeckung die sich hinter der Heckbank befindet zerstörungsfrei abmontiert, da dass ich auch von vorne die Dome sehen kann?

    Von hinten war das ja einfach:

    Teppich weg und man sah sie

  • Mmmh Nissangold, knusper, knusper. :)

    Aber für einen Oldtimer, der anscheinend nicht besonders konserviert wurde, noch ein toller Zustand.

    Wenn ich Rost sehe, greife ich immer gleich zum Schraubenzieher und mache so viel wie möglich weg, dann weiter mit Schleifpapier oder Rostentferner oder gleich Stichsäge. Jedes Loch ist besser als ein aktives Rostnest, das breitet sich schnell aus! Für die Optik gibt es ja hübsche Aufkleber, dann kann man sich mit der Reparatur Zeit lassen. ;)


    Bild zwei,

    selber sitzplatz,

    praktisch unter der linken Pobacke auch hier unter Pappe nur sehr dünner Rost (man erkennt evtl. die Kratzer des Schraubendrehers)

    Das sieht von der Farbe schon wie ein Loch aus, andere Seite mal gesehen?

  • Die nächsten Roststellen:

    Einsteig hinten rechts, beginnender Gammel


    Ich habe die Abdeckung hinter der Lehne der Rücksitzbank halbherzig wegbekommen, so sieht man wenigstens ein Teil.

    links:

    rechts:

    Rein aus Interesse habe ich vorne links Mal die Kunststoffabdeckung im Radhaus teilweise gelöst:

    Ja man sieht nicht viel, aber auch nicht viel Rost ;)


    Etwas angegriffener ist da die Vorderachse:

  • Mehr habe ich noch nicht demontieren wollen,

    in eineinhalb Wochen kommt das familiäre Fachpersonal zu Besuch, das darf dann erstmal arbeiten.


    Zum Auto selbst:


    1990 bis 1996: Vertreter Auto

    1996 bis 2015: Renterauto

    2015 bis 2016: ein Jahr Stillstand

    2016 bis Mai 2020: in vier Jahren 77.000km drauf gespult als Alltagsauto.

    Alle 10.000km Motorölwechsel, alle 40.000km Getriebeölwechsel (Automatik). Alle zwei Jahre neue Bremsflüssigkeit und neues Kühlwasser.

    2017 gab es vorne neue Stoßdämpfer da die alten undicht waren.

    Meine Oma fuhr eher Kurzstrecke (5-25km)

    ich eher Langstrecke mit hohem Autobahnanteil mit großteils 130-140km/h

    nur sehr selten 150km/h (insgesammt ca 3.000km). Bisher einmal 160 (ausversehen beim überholen Berg ab)

    Ich würde mein fahren als eher genügsam/sprittsparend bezeichnen.

    Durchschnittsverbrauch über die letzen 77.000km 8,05l/100km. Schwankend zwischen 6,7 und 10l je nach Fahrweise und Autobahnanteil.


    Unter der Sitzbank ist kein Loch, auf dem Foto sieht es dramatischer aus als in Echt,

    mit 120er Schleifpapier wäre der Rost restlos entfernbar.

  • das ist alles halb so wild; radläufe und einstiegsblech sollte man einschweissen und vielleicht das eine oder andere fleckchen am unterboden.

    den rest würde ich chemisch konservieren und alles beilackieren.

    die ganzen fahrwerksteile sollten auch konserviert werden.

    angesichts des alters ist das auto in einem guten zustand.

  • Hallo und noch ein frohes neues,


    ich habe heute Mal "zeitwertgerechten Pfusch" gemacht und das Loch im Schweller geschweißt.

    Die Drahtbürste offenbarte das Ausmaß des Loches

    Die Flex schnitt dann ein schönes rechteckiges Loch ins gesunde Blech.

    Blech drauf, schleifen. Spachteln schleifen. Grundieren schleifen, zweimal Lack drüber und Fluidfilm dahinter.

    Sollte wieder halten.

    RAL 7016 passt hervorragend zu den Schwellern.

    Wenn's Mal wieder warm ist werden beide schweller lackiert und auch das silberne Blech bekommt wieder seine Farbe.

  • Ich empfehle hier immer INNOTEC SCHWEISS SPRAY , der brennt sich dann beim Schweissen in die Naht ein .....


    Sicher gesissenhafter als in jeder Werkstätte gemacht !!!! TOPPPP !!!!!!!!!!!!!!!!!!

    I :love: my SUNNY B12 Coupe 1,6 Gti BJ ´88 since ´02 KMST 2021 -> 172000


    Wir scheißen auf Feuer Eis und Wind und Fahrzeuge die aus Wolfsburg sind


    Ich weiß zwar manchmal nicht wovon ich rede , aber ich weiß das ich recht hab :perfekt:


    R.I.P N16 von 2010-2020


    "Ich habe nie ein wildes Tier gesehen das Selbstmitleid empfand.

    Ein Vogel der erfroren ist,wird tot von seinem Ast fallen ohne jemals

    Selbstmitleid empfunden zu haben."